Claude Monet
Argenteuil

Argenteuil
Claude Monet (1840-1926)
Argenteuil
1872
Öl auf Leinwand
H. 50; B. 65 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Argenteuil


Während des französisch-preußischen Krieges 1870 und der Kommune lebt Monet mit seiner Frau und seinem Sohn in London. Er besucht zahlreiche Museen und beschäftigt sich insbesondere mit der Technik der britischen Maler Constable und Turner, mit ihrer so charakteristischen Darstellung des Lichts, das die Konturen der Formen fast vollständig auflöst. Dieser Einfluss ist in den Landschaften, die Monet in der Umgebung von Argenteuil, wo er sich im Dezember 1871 niederlässt, zu erkennen.

Es ist anzunehmen, dass Monet dieses Gemälde in seinem Boot, das er sich als Atelier eingerichtet hatte, malte. Von seinem Standpunkt aus reicht sein Blick von Argenteuil auf der linken Seite bis zu den Hügeln von Orgemont rechts. Er vermeidet kräftige Farben und verwendet eine äußerst nuancierte Palette für diesen Augenblick der Ruhe und Harmonie. Die Farben des Dorfes und der Hügel im Hintergrund scheinen sich in einem leichten Dunst aufzulösen, während das Wasser die farblichen Veränderungen des Himmels widerspiegelt. Einzig der linke Bildrand hebt sich ab: die Vegetation der Insel Marante zeichnet sich in hell- bis dunkelgrünen Pinselstrichen auf dem Bild ab.
Der Künstler nutzt die kurz auftretenden Schatten und Spiegelungen für die Komposition seines Bildes. Die Linien der sich auf dem Wasser spiegelnden Bootsmasten rechts erstrecken sich fast über die gesamte Höhe des Gemäldes und entsprechen den Vertikalen am linken Rand.

Der Kunsthändler Paul Durand-Ruel findet zwar einige Liebhaber für derartige Ansichten, doch als Monet versucht, sie einem größeren Publikum zu präsentieren, erwartet ihn heftige Kritik. Der Impressionismus stößt in seinen Anfängen 1870 noch meistens auf Unverständnis.




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