Jean-Baptiste Carpeaux
Kostümball im Palais des Tuileries

Kostümball im Palais des Tuileries
Jean-Baptiste Carpeaux (1827-1875)
Kostümball im Palais des Tuileries
1867
Öl auf Leinwand
H. 56; B. 46 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Bal costumé au palais des Tuileries [Kostümball im Palais des Tuileries]


Schon 1853 bemüht sich Carpeaux, der damals noch an der Ecole des Beaux-arts studierte, um die Gunst Napoleons III. Zu diesem Zweck modelliert er Der Kaiser empfängt Abd el-Kader in Saint-Cloud und erhält den Auftrag, ein Exemplar aus Marmor anzufertigen. Dank dieser Beziehung zur Kaiserfamilie hat er in Zukunft oftmals Gelegenheit, an den prachtvollen Empfängen im Palais des Tuileries teilzunehmen. Mit Papier und Bleistift ausgerüstet nutzt Carpeaux diese Anlässe, um „diese lebendigen und ausdrucksvollen, wirklichkeitsnahen Silhouetten zu skizzieren, die Napoleon III. stehend, sitzend, grüßend, zuhörend zeigen” (P. Jamot, Gazette des Beaux-Arts, mai 1908). Dieses Gemälde hält die Erinnerung an einen der Empfänge in Paris anlässlich der Weltausstellung 1867 fest.

Die festliche Stimmung wird mit sehr sparsamen Mitteln wiedergegeben. Die Figuren und der Dekor sind nur flüchtig hingeworfen. Der klassische Aufbau des Bildes kontrastiert mit dem neuartigen Umgang mit Licht und Farbe. Unter den in schnellen, breiten Pinselstrichen entworfenen Figuren, unter denen man mühelos Napoleon III. ausmachen kann, herrscht eine überschäumende Stimmung.
Lange Zeit glaubte man, am Arm des Kaisers die Gräfin von Castiglione, eine der berühmtesten Geliebten des Herrschers, zu erkennen. Doch 1867 ist ihr Verhältnis seit mehreren Jahren beendet, deswegen liegt nahe, dass es sich bei der weiblichen Figur neben Napoleon III. um Kaiserin Eugenie handelt.




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