Edgar Degas
Ballettprobe auf der Bühne

Ballettprobe auf der Bühne
Edgar Degas (1834-1917)
Ballettprobe auf der Bühne
1874
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 81 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Répétition d'un ballet sur la scène [Ballettprobe auf der Bühne]


Der Betrachter sieht die Bühne von oben, der Blick fällt auf den Abschnitt, der durch die Rampe abgegrenzt wird. Der anmutige Tanz der Ballerinen kontrastiert mit der lockeren Haltung der wartenden Tänzerinnen links.
Unter der dünnen Farbschicht, die im Laufe der Zeit noch durchsichtiger geworden ist, kann man die Änderungen erkennen, die der Maler durchgeführt hat. Die Beine von einigen der Tänzerinnen links wurden überarbeitet. Inmitten der jungen Frauen sieht man den Ballettmeister in Rückenansicht. In der Nähe des sitzenden Mannes sieht man eine andere Figur auf einem Stuhl zusammengesunken.

Diese Grisaillemalerei fällt auf der ersten impressionistischen Ausstellung 1874 auf. Der Maler Giuseppe De Nittis schreibt an einen seiner Freunde: „ich erinnere mich an eine Zeichnung, auf der eine Ballettprobe zu sehen war [...] Sie können mir glauben, dass sie außergewöhnlich schön ist: Die Kleider aus Mousseline sind so durchscheinend und die Bewegungen so echt, dass man sie sehen muss, um sich eine Vorstellung davon zu machen; man kann sie unmöglich beschreiben”. Wie De Nittis sehen viele Kritiker in diesem Werk eher eine Zeichnung als ein Gemälde. Degas gelingt es meisterhaft, die subtilsten Nuancen wiederzugeben. Er erfindet diesen neutralen, milchigen Ton, während sich die leuchtend weißen Tutus durch das grelle Licht deutlich von ihrer Umgebung abheben.

Dieses einfarbige Bild unterscheidet sich grundlegend von den späteren Tanzszenen Degas', für die der Maler eine Überfülle von Farben verwendete. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass Ballettprobe einem Radierer als Vorlage dienen sollte.




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