Camille Pissarro
Bauernmädchen beim Feuer

Junge Bäuerin beim Feuer machen. Raureif.
Camille Pissarro (1830-1903)
Junge Bäuerin beim Feuer machen. Raureif.
1888
Öl auf Leinwand
H. 92,8; L. 92,5 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Jeune paysanne faisant du feu. Gelée blanche [Bauernmädchen beim Feuer machen. Raureif]


Das Bauernmädchen beim Feuer machen kann mit zwei anderen Gemälden von Pissaro, die sich auch im Musée d’Orsay befinden, verglichen werden: Bauernmädchen mit Stock von 1881 und Frau mit grünem Tuch von 1893. Die Darstellungen von Bäuerinnen gehören zu den persönlichsten und fruchtbarsten Motiven des Künstlers, sie erinnern vage an die Bäuerinnen von Millet.

Als Pissarro dieses Bild malt, ist er einer der wichtigsten Vertreter des von ihm mitbegründeten Impressionismus. Ab 1886 hatte er indes begonnen, sich für die Recherchen junger Künstler zu interessieren und verwendete die von Georges Seurat eingeführte Technik, Pinselstriche dicht nebeneinander zu setzen. Eine Gruppe „unabhängiger“ belgischer Maler lädt die beiden ein, 1887 und 1889 in Brüssel an der Ausstellung der XX teilzunehmen. Bauernmädchen beim Feuer machen wird dort 1889 präsentiert.

Doch Pissarro distanziert sich in Kürze vom Neoimpressionismus und der neuen Technik. Er sucht nach einem Kompromiss, der es ermöglicht, den Pinselstrich weniger zu fragmentieren „und gleichzeitig die Farbgesetze zu beachten“. Eine solch zweideutige Einstellung hatte ihre Grenzen, wie Paul Signac in seinem Tagebuch festhielt: „Er konnte sich mit unserer Technik [...], die auf Gegensatz und Kontrast beruhte, nicht anfreunden. Er strebte nach Einheit in der Vielfalt, wir nach Vielfalt in der Einheit“. Das Ergebnis ist ein sehr persönlicher Divisionismus, wo der dichte Pinselstrich einen kompakten Auftrag bildet, eine sehr langsame, sorgfältige Arbeit, von der ein sanfter, einheitlicher Lichteffekt ausgeht.




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