Jean-François Millet
Hirtin mit ihrer Herde

Hirtin mit ihrer Herde
Jean-François Millet (1814-1875)
Hirtin mit ihrer Herde
Um 1863
Öl auf Leinwand
H. 81; B. 101 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Bergère avec son troupeau [Hirtin mit ihrer Herde]


Das Gemälde zeichnet sich durch seine Ruhe und Harmonie aus. Die mit einem wollenen Umhang und einer roten Kapuze bekleidete junge Schäferin (vielleicht handelt es sich um die Tochter des Malers) steht vor ihrer Herde. Sie strickt und richtet ihren Blick auf ihre Arbeit. Sie ist allein mit den Tieren in dieser weiten, eintönigen Landschaft. Im roten Licht der Abendsonne gleicht die Herde einem wogenden leuchtenden Fleck. Die Szene besticht durch ihre Glaubwürdigkeit und Melancholie. Millet gibt jede Einzelheit wieder, selbst die kleinen Blumen im Vordergrund. Das Bild zeichnet sich durch die ausgewogenen Blau-, Rot- und Goldtöne aus.

Schon 1862 trug sich Millet mit dem Gedanken, eine Hirtin mit ihrer Herde zu malen. Er sprach mit niemandem darüber, doch Alfred Sensier erzählt, dass dieses Thema „sich seiner bemächtigt hatte”.
Nachdem er es vollendet hatte, präsentiert er es 1864 auf dem Salon, wo es großen Beifall findet. Es gilt als herausragendes Gemälde” und „Meisterwerk”, diese friedliche Szene begeistert all jene, die lieber ländliche Idyllen als das Elend der Bauern sehen möchten. Hirtin mit ihrer Herde wird sogar mit einer Medaille ausgezeichnet und der Staat, der sich bisher kaum für Millet interessierte, möchte es erwerben. Doch das Werk wurde schon dem Kunstsammler Paul Tesse versprochen. Wie viele andere Gemälde von Millet geht das Bild 1909 schließlich dank des Vermächtnisses von Alfred Chauchard, dem Direktor der Grands magasins du Louvre, in die nationalen Sammlungen ein.




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