Claude Monet
Blaue Seerosen

Blaue Seerosen
Claude Monet (1840-1926)
Blaue Seerosen
Zwischen 1916 und 1919
Öl auf Leinwand
H. 200; B. 200 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Claude Monet vor dem Seerosenbecken, in Giverny

Nymphéas bleus [Blaue Seerosen]


Nymphea ist der botanische Name für die weiße Seerose. Auf seinem Landsitz in Giverny legte Monet 1893 einen Wassergarten an und züchtete Seerosen. Ab 1910 und bis zu seinem Tode im Jahre 1926 wird dieser Garten und vor allem sein Bassin die einzige Inspirationsquelle des Malers. Er sagte: „Ich wende mich wieder unmöglich zu realisierenden Dingen zu: Wasser mit Gräsern, die sich auf dem Grund schlängeln. Bis auf die Malerei und die Gartenarbeit tauge ich zu nichts. Mein schönstes Meisterwerk ist mein Garten“.

Monet lagert Horizont und Himmel aus und konzentriert seine Aufmerksamkeit auf eine kleine Stelle im Teich, die wie eine Großaufnahme von einem Stück Natur erscheint. Das Bild hat keine hervortretende Stelle und es dominiert der Eindruck einer gleichmäßigen, formlosen Oberfläche. Das quadratische Format verstärkt die Neutralität dieser Komposition. Diese Gleichmäßigkeit verleiht dem Gemälde etwas Endloses, Grenzenloses.

Niemals war die Pinselführung eines Malers freier und losgelöster von der Formendarstellung. Aus der Nähe betrachtet, vermittelt das Gemälde den Eindruck einer totalen Abstraktheit, da die mittels eines Borstenpinsels aufgetragenen Farben eine Identifizierung der Pflanzen und ihres Widerscheins nicht zulassen. Nur unter konstanten optischen und zerebralen Anstrengungen gelingt es dem Betrachter, die angedeutete Landschaft zu rekonstruieren.
Die unvollendeten, nicht bemalten Bildränder verstärken den Eindruck einer mit Farben bedeckten Oberfläche. Daran erinnern sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Künstler, insbesondere die amerikanischen Maler, die als „abstrakte Landschaftsmaler“ oder „poetische abstrakte Maler“ bezeichnet wurden.




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