Paul Sérusier
Bretonische Ringer

Bretonische Ringer
Paul Sérusier (1864-1927)
Bretonische Ringer
Zwischen 1890 und 1891
Öl auf Leinwand
H. 92; B. 73 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Lutte bretonne [Bretonische Ringer]


Für Sérusier ist die Begegnung mit Gauguin im Jahr 1888 in Pont-Aven eine wahre Offenbarung. Unter seiner Anleitung malt er den berühmten Talisman, ein kleines Gemälde, das auch im Musée d'Orsay aufbewahrt wird und in Kürze zum Referenzwerk der Nabis wird, die Sérusier ins Leben gerufen hat.

Das Vorbild Gauguins ist in den Bretonischen Ringern noch deutlich spürbar. Sérusier zeigt zwei Kinder, die unter dem aufmerksamen Blick der Zuschauer, zumeist Frauen mit der traditionellen bretonischen Haube, miteinander kämpfen. Das Sujet verweist auf zwei Gemälde von Gauguin aus dem Jahr 1889 (Kämpfende Kinder und Die Vision nach der Predigt), die Sérusier vermutlich kannte. Der Maler hält sich regelmäßig in der Bretagne auf. Diese Region wird derzeit von den Künstlern der Pont-Aven Schule als die Gegend angesehen, die die altüberlieferten Bräuche erhält und vom Fortschritt der Industrie verschont blieb.

Sérusier stellt den traditionellen bretonischen Ringkampf, den Gouren, dar. Das Bild wirkt naiv und archaisch: es fehlt jegliche Perspektive, die Behandlung der Figuren ist schematisch, an der Grenze zur Karikatur. Die klaren, konturierten Farben erinnern an die Volkskunst und an die japanischen Holzstiche, die Sérusier sehr bewunderte.




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