Emile Friant
Schlagschatten

Schlagschatten
Emile Friant (1863-1932)
Schlagschatten
1891
Öl auf Leinwand
H. 116; B. 67 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Ombres portées [Schlagschatten]


1891 präsentiert Friant auf dem Salon der Société nationale des Beaux-arts vier Gemälde, darunter auch Schlagschatten, das bei seiner Einsendung sorgfältig ganz oben zu liegen kam. Auch auf den anderen Bilder von jungen Paaren, die er schon vorher drinnen oder drauβen dargestellt hatte, standen stet die Hände und Blicke im Mittelpunkt. Dies gilt auch für das Bild von 1891, nur wählt er hier eine wesentlich radikalere Inszenierung. Die Protagonisten befinden sich vor einer Mauer. Durch die frontale Lichtquelle, die von unten nach oben die Szene beleuchtet, kommen Hände und Gesichter ganz besonders zur Geltung. Durch die dunklen Kleidern wirken die Körper wie Silhouetten. Diese Technik erinnert an einen Auszug der Naturgeschichte von Plinius, in dem die Erfindung der Malerei geschildert wird: „[Dibutade] war in einen jungen Mann verliebt; als jener ins Ausland reiste, zeichnete sie den Schatten seines Gesichts, den das Licht einer Laterne an die Mauer warf, nach.“
Doch Friant greift auch auf jüngere Arbeiten zurück. Man wird insbesondere an Degas erinnert: Die Effekte, die durch ungewöhnliche Lichtquellen hervorgerufen werden, können die Wahrnehmung der Farben und der Farbabstimmungen verändern.

Schlagschatten geht über die einfache anekdotische Darstellung einer Genreszene hinaus und veranschaulicht Friants Interesse für die Geschichte der Malerei und den Einfluss neuer Strömungen auf sein Werk.




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