Edgar Degas
Die Parade

Die Parade, oder Rennpferde vor den Tribünen
Edgar Degas (1834-1917)
Die Parade, oder Rennpferde vor den Tribünen
Um 1866-1868
Mit Terpentin verdünnte Ölfarbe, Papier, Leinwand
H. 46; B. 61 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le défilé, dit aussi Chevaux de courses devant les tribunes [Die Parade, oder Rennpferde vor den Tribünen]


Das Motiv des Pferderennens taucht im Werk von Degas immer wieder auf. Er schöpft seine Inspiration aus dem alltäglichen Leben seiner Zeitgenossen. Er gibt dem traditionellen Thema des Reiters einen modernen Rahmen. Im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt die Rennbahn als Ort der Geselligkeit in Mode. Die Pariser Bourgeoisie zu der auch Degas gehört, entdeckt ihre Leidenschaft für dieses aristokratische Freizeitvergnügen aus Großbritannien. Degas begeistert sich für dieses Thema unter anderem auch auf Grund der Möglichkeiten, Formen und Bewegung zu studieren. Er wird dabei auch von verschiedenen englischen Künstlern, die mit ihren Rennbildern sehr erfolgreich sind, von den Reiterdarstellungen der alten Meister (Ucello, Gozzoli, Van Dyck) sowie zeitgenössischen Künstlern wie Vernet, Géricault und Meissonier beeinflusst.

Die Parade, auch Rennpferde vor den Tribünen genannt, stammt aus den Jahren 1866-1868 und gehört zu den ersten Gemälden, die diesem Thema gewidmet sind. Degas gibt die Atmosphäre eines Rennplatzes wieder, auf dem allein die nervöse Bewegung des letzten Vollblutpferdes den unmittelbar bevorstehenden Start ankündigt. Durch die Wahl dieses scheinbar banalen Augenblicks wird die Bedeutung des „Themas“ selbst im Gemälde absichtlich eingeschränkt. Degas gibt dem Licht und der Zeichnung den Vorrang: er interessiert sich mehr für die Reiter und ihre Pferde als für den Beginn des Rennens. Er lässt bewusst manche Elemente, die die Identifizierung des Ortes oder der Besitzer der Pferde ermöglicht hätten sowie die Farbe der Jockeyjacken. Die in der Diagonalen dargestellten Motive, die starken Lichtkontraste, vor allem die schrägen Schatten der Pferde betonen die Perspektive bis zum Fluchtpunkt, der sich etwa in der Mitte befindet und den letzten Jockey zur Geltung bringt.




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