Paul Van Ryssel
Cholera

Cholera. Erinnerung an die Epidemie 1854 im Jura
Paul Van Ryssel (1826-1909)
Cholera. Erinnerung an die Epidemie 1854 im Jura
1890
Öl auf Karton
H. 27; B. 35 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Scène du choléra. Souvenir de l'épidémie de 1854 dans le Jura [Cholera. Erinnerung an die Epidemie 1854 im Jura]


Doktor Gachet, der Kunstsammler und Freund der Impressionisten, ist heutzutage insbesondere deswegen bekannt, weil er Vincent van Gogh im Mai 1890 in Auvers-sur-Oise aufnahm und ihm in seinen letzten Wochen beistand. Man darf indes nicht vergessen, dass er unter dem Pseudonym Paul Van Ryssel als Amateurmaler tätig war. Trotz des offensichtlich mittelmäßigen Werks weckte die Persönlichkeit des Autors die Neugierde der Öffentlichkeit. Viele seiner Gemälde lassen den Einfluss der Künstler erkennen, die er bewunderte: Monet, Pissarro, Cézanne und Van Gogh, der ihn zu einer bunteren Farbpalette inspirierte. Dieses kleine Bild verweist noch auf ein anderes Vorbild: Amand Gautier, ein Jugendfreund von Doktor Gachet und Schüler Gustave Courbets.

Als Medizinstudent erklärte sich Paul Gachet 1854 freiwillig bereit, den Opfern einer Choleraepidemie im Aube und Jura zu Hilfe zu kommen. Er und sein Freund Amand Gautier, der ihn begleitet hatte, stecken sich an, kommen jedoch unbeschadet davon. Die Erinnerungen dieser Zeit dienen Gautier als Thema für ein Gemälde, das auf dem Salon 1887 präsentiert wird: Die Cholera morbus im Jura 1854. Die Gegenüberstellung der beiden Bilder rechtfertigt sich insbesondere durch die einander entsprechenden Titel. Durch die Jahreszahl 1890 wird klar, dass das Gemälde auch aus der Erinnerung heraus entstand.
Es ist unklar, ob diese Erinnerung vor oder nach dem Tod Van Goghs am 29. Juli 1890 ausgeführt wurde, doch dadurch wird das Werk nur noch interessanter.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter