Pierre-Auguste Renoir
Claude Monet

Claude Monet
Pierre-Auguste Renoir (1841-1919)
Claude Monet
1875
Öl auf Leinwand
H. 85; B. 60,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi

Claude Monet


Renoir geht es hier nicht darum, ein ideales Bild von dem Künstler Monet zu geben. Er schafft ganz im Gegenteil ein sehr persönliches, realistisches Bild. Monet wirkt locker, er trägt seinen Malkittel und hält Pinsel und Palette in den Händen. Er unterbricht seine Tätigkeit und wendet seinen Blick dem Freund zu. Seine Silhouette hebt sich vor dem Fenster im Gegenlicht von dem leeren Raum ab. Das Licht konzentriert sich auf dem Gesicht des Malers, der dadurch entstandene Farbeffekt kontrastiert mit der dunklen Kleidung.

Ein Baum mit schmalen, länglichen Blättern, bei dem es sich gewiss um einen Oleander handelt, dringt in die Leere ein und neigt seine Zweige über Monets Kopf. Vielleicht will Renoir sein Modell humorvoll mit einem Lorbeerkranz schmücken. Dies wäre vermutlich eine Erklärung für den winzigen roten Hut, der sowohl einem Heiligenschein als einer Kopfbedeckung ähnelt.
Die verschiedenartigen Pinselstriche verstärken die lebendige Wirkung dieses Gemäldes. Durch die zahlreichen kleinen, nebeneinander gesetzten Striche erhält das Gesicht ein flimmerndes Aussehen. Sie kontrastieren mit den langen, parallelen, grauweißen Pinselstrichen auf der rechten Seite.

Auf der zweiten impressionistischen Ausstellung 1876 sind mehrere Kritiker der Ansicht, dass dieses Porträt in mehrfacher Hinsicht eines großen Meisters würdig ist. Doch Emile Zola verfasst im Juni 1876 für den Messager de l'Europe den umfangreichsten Kommentar. Der Schriftsteller schreibt dort: „Seine Arbeit ist die eines Rembrandt würdig und besitzt das schimmernde Licht eines Velázquez“.




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