Paul Cézanne
Bauernhof

Bauernhof
Paul Cézanne (1839-1906)
Bauernhof
1879
Öl auf Leinwand
H. 63 ; B. 52 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Cour de ferme [Bauernhof]


Cézanne malt dieses Bild während seines Aufenthaltes in Auvers und Pontoise bei Camille Pissarro zu Beginn der 1880er Jahre. Um 1875 schuf Pissarro ähnliche Gemälde von Bauernhöfen. Während sich Pissarro jedoch in erster Linie für das lebendige Treiben auf einem Bauernhof interessiert – auf seinen Bildern sind häufig Menschen abgebildet -, ist der Bauernhof von Cézanne von einer gewissen Schwere gekennzeichnet. Die Leere, die dieses Gemälde ausstrahlt, kontrastiert mit der Art und Weise wie dieser Gegenstand für gewöhnlich behandelt wird.

Der Blick auf das Haus ist verstellt. Durch die Mauerwand rechts kommt es stärker zur Geltung. Nach und nach nähert sich der Blick des Betrachters dem Bauernhaus, dessen Fensterläden geschlossen sind. Vor dem Haus steht ein kahler Baum mit sorgfältig gemalten Konturen. Links ein kleines Nebengebäude mit Strohdach, das die Perspektive verschließt und den Blick begrenzt. Ein rasch schraffierter, mit Bäumen bewachsener Hügel pulsiert hinter dem massiven Bauernhaus.

Die hellen Farben und die unregelmäßige Pinselführung sind typisch für den Impressionismus und erinnern daran, dass Cezanne einige Jahre zuvor dieser Stilrichtung noch sehr nahe stand. Ihm geht es hier jedoch hauptsächlich um die Formen und die Beziehung zwischen Architektur und Natur. Das Gemälde markiert den Bruch Cézannes zwischen den Impressionisten und seinem persönlichen Ansatz.




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