Max Liebermann
Biergarten

Biergarten in Brannenburg
Max Liebermann (1847-1935)
Biergarten in Brannenburg
1893
Öl auf Leinwand
H. 70; B. 100 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Brasserie de campagne à Brannenburg [Biergarten in Brannenburg]


Auf seiner Reise nach Italien macht Liebermann im Frühling 1893 in Bayern ganz in der Nähe von Brannenburg Station. Die im Schatten großer Bäume stehenden Tische dienen ihm als Motiv für mehrere Gemälde. Im selben Jahr lernt der junge Maler Erich Hancke Liebermann kennen und entdeckt den noch unvollendeten Biergarten in Brannenburg und die vorbereitenden Studien zu diesem Gemälde, insbesondere eine Skizze mit schwarzer Kreide. Da Liebermann dieses Motiv malen wollte, „zeichnete er es erneut in größerer Dimension und sehr genauer Ausführung[...]. Diese Zeichnung übertrug er dann mit Hilfe einer Quadrierung auf die Leinwand”. Hancke ist über diese genau durchdachte Methode überrascht, da sie dem Erscheinungsbild des Gemäldes nicht zu entsprechen scheint. Ebenso verwundert ihn die Aussage des Malers zu den kleinen Figuren: „Zuerst muss die Form vorhanden sein, dann muss man sie entfernen”.

Das Motiv von Baumreihen, durch die das Sonnenlicht scheint, taucht immer wieder in Liebermanns Werk auf. Doch zu jener Zeit bildet dieses Motiv nie eine Landschaft an sich, sondern stellt wie hier den Hintergrund für eine Szene, auf der viele anekdotische Details zu sehen sind und reges Treiben herrscht. Auf Grund seiner genauen Beobachtungsgabe und seiner Fähigkeit, Szenen aus dem Alltagsleben wiederzugeben, steht Liebermann damals im Bannkreis eines Menzels (1815-1905).




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter