Henri-Edmond Cross
Das Haar

Das Haar
Henri-Edmond Cross (1856-1910)
Das Haar
um 1892
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 46 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

La chevelure [Das Haar]


Als Modell für das Werk Das Haar dient Cross seine zukünftige Gattin Irma Clare, damals Madame Hector France. Das Gesicht verschwindet vollkommen hinter dem dichten Haarvorhang, so dass die Haarpracht im Vordergrund zum einzigen Sujet des Gemäldes wird.

Die Nahansicht des Oberkörpers der sitzenden Frau in Dreiviertelansicht verleiht der Figur eine gewisse Monumentalität und bringt die Haare, die durch den Bildrand abgeschnitten werden und über das Gemälde hinausgehen, verstärkt zur Geltung. Der bewusst gewählte Bildausschnitt erinnert an die japanischen Holzschnitte, die der Künstler sehr bewunderte. Das Bild besticht auch durch den sparsamen Einsatz der Mittel für den Aufbau der Szene, das Sujet, das sich nur von einem neutralen Grund abhebt, und die Farbpalette aus Braun- und malvenfarbigen Tönen.

Als das Werk 1892 entstand war die Frau bei der Toilette ein sehr beliebtes Motiv. Es war Edgar Degas' Lieblingsthema und wurde auch von den Neoimpressionisten, zu denen Cross gehörte, übernommen. Trotz der hier verwendeten Technik weist Das Haar nur wenig Ähnlichkeit mit der Frau mit der Puderquaste von Georges Seurat (1889-1890, Courtauld Institute von London) oder Frau, ihr Haar kämmend, Opus 227 von Paul Signac (1892, Privatsammlung) auf. In dem Gemälde von Cross klingt eher die friedliche Atmosphäre und die dekorative Dimension von Mädchen am Meeresufer von Puvis de Chavannes an (1879, Musée d'Orsay).




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