Paul Cézanne
Das Haus des Gehängten

Das Haus des Gehängten, Auvers- sur-Oise
Paul Cézanne
Das Haus des Gehängten, Auvers- sur-Oise
1873
Öl auf Leinwand
H. 55; B. 66cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La maison du pendu, Auvers-sur-Oise [Das Haus des Gehängten]


Das Haus des Gehängten gehört zu den drei Gemälden, die Cézanne auf der ersten impressionistischen Ausstellung 1874 präsentiert. Der Einfluss seines Freundes Camille Pissarro, mit dem er regelmäßig in der Gegend von Pontoise und Auvers-sur-Oise arbeitet, ist deutlich spürbar. Im Gegensatz zu seinen Frühwerken verwendet Cézanne hier helle Farben und den fragmentierten Pinselstrich der Impressionisten. Er hat auch von dramatischen oder literarischen Motiven Abstand genommen und widmet sich einem einfachen, banalen Thema. Doch wenn es sich um ein impressionistisches Werk handelt, dann zeichnet sich Das Haus des Gehängten durch einen ganz persönlichen Impressionismus aus.

Der Aufbau dieses Gemäldes ist sehr komplex. Von einem Mittelpunkt aus entfalten sich mehrere Richtungen: ein Weg führt nach oben links; ein anderer führt in die Bildmitte; die Biegung eines Abhangs entzieht sich rechts unserem Blick; die Zweige der Baume ragen schräg nach oben. Die einzelnen Ebenen gehen ineinander über. Der dicke, körnige Auftrag wirkt wie „ein Verputz“. Durch die Abwesenheit menschlicher Figuren, die starre, nüchterne Vegetation sowie die kühlen Farben entsteht ein Gefühl von Einsamkeit.

Das Gemälde bringt zwar die Kritiker durcheinander, ist jedoch das erste, das Cézanne an einen Kunstliebhaber verkaufen kann.




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