Maurice Denis
Das Menuett von Prinzessin Maleine

Das Menuett von Prinzessin Maleine oder Marthe am Klavier
Maurice Denis (1870 - 1943)
Das Menuett von Prinzessin Maleine oder Marthe am Klavier
1891
Öl auf Leinwand
H. 95; B. 60 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le menuet de la Princesse Maleine ou Marthe au piano [Das Menuett von Prinzessin Maleine oder Marthe am Klavier]


Es handelt sich hier um eines der ersten Porträts von Marthe Meurier (Siehe Mädchen mit Lampe), der Verlobten von Maurice Denis, die der Künstler am 12. Juni 1893 heiratete. Der Künstler füllt sein Tagebuch mit Liebeserklärungen an das Mädchen: „Man fühlt sich schöner, wenn man liebt. Man wird verträglicher und rein. Das Leben wird kostbar und ruhig.“ (Tagebuch, 3. September 1891).
„Sie ist schöner als alle Bilder, als alle Darstellungen, als alle subjektiven Eindrücke! Sie existiert ohne mein Zutun, ich bin es nicht, der sie schafft“ (id. 1891);„Vertrauen, die Liebe ist ein Akt des Vertrauens. Ich glaube an Sie, Marthe“ (id., 8. November 1891).

Auf dem Menuett der Prinzessin Maleine ist Marthe in Dreiviertelansicht dargestellt, ihre Haltung ist locker, ihre Hände liegen zart auf dem Klavier. Den Einband der Noten im Hintergrund ziert eine Illustration von Maurice Denis. Die ruhige, geheimnisvolle Atmosphäre bildet einen Kontrast zu dem 1890 erschienenen Drama von Maurice Maeterlink, dem Autor von Prinzessin Maleine. Die Partitur dieses Menuetts, das in Anlehnung an das Theaterstück von Maeterlinck entstanden ist und bis heute unauffindbar ist, stammt von Pierre Hermant (1891).

Im Oktober 1891 schreibt Denis folgenden Eintrag über Marthe in sein Tagebuch: „Sie liest bis zwei Uhr morgens immer wieder Prinzessin Maleine. Sie ist blass, erregt, anschmiegsam. – Zweifel quälen mich immer wieder. Egal, so spielt das Leben.“ (Tagebuch, I, S. 87).

Dieses vollendete Gemälde besticht durch seine einfachen Formen, seine gewundenen Linien, seinen symbolischen Inhalt, die pointillistische Technik der wurmförmigen Verzierungen des Hintergrunds; es ist ein beredtes Beispiel für die meisterhafte Kunst des jungen Maurice Denis.




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