Frédéric Bazille
Das rosa Kleid

Das rosa Kleid
Frédéric Bazille (1841-1870)
Das rosa Kleid
1864
Öl auf Leinwand
H. 147; B. 110 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La robe rose [Das rosa Kleid]


Der in Montpellier beheimatete Bazille zieht 1862 nach Paris, um dort sein Medizinstudium fortzusetzen. Parallel zu seinem Studium verkehrt er im Atelier von Gleyre, wo er junge Künstler trifft, die später den Impressionismus entwickeln werden. Bazille widmet sich gemeinsam mit ihnen der Freichlichtmalerei: sein besonderes Interesse gilt der Darstellung von Landschaften oder Figuren in natürlichem Licht. Dieses Gemälde aus dem Sommer 1864 ist ein beredtes Beispiel für diese ersten Versuche.

Bei der Figur handelt es sich um Thérèse des Hours, eine Cousine Bazilles. Die Familien Bazille und des Hours verbringen jeden Sommer in dem herrlichen Familienwohnsitz Méric in Castelnau-le-Lez, einem Dorf in der Umgebung von Montpellier. Das Haus und der Park liegen auf einer kleinen Anhöhe über dem Dorf. Thérèse sitzt auf der Terrasse am Rande des Gartens.
Sie trägt ein einfaches Kleid mit senkrechten rosa und silbergrauen Streifen und eine schwarze Schürze. Sie wendet dem Betrachter den Rücken zu und richtet ihren Blick auf das Dorf, in dem man die für Südfrankreich typischen orangeroten Ziegeldächer erkennen kann. Die Bäume im Mittelgrund betonen den Kontrast zwischen der Ferne und dem Vordergrund. Dieses Verfahren ist bei den Malern der Schule von Barbizon, Théodore Rousseau beispielsweise, sehr beliebt. Durch Bäume, die sich wie die Figur von Thérèse im Schatten befinden, kommt das grelle Licht des Südens, das die Umrisse deutlich sichtbar abzeichnet, zur Geltung.
Auf einer vorbereitenden Zeichnung ist Thérèse dem Betrachter zugewandt. Diese Stellung wird üblicherweise für das traditionelle Porträt verwendet. Durch die Entscheidung des Malers, sein Modell in Rückenansicht zu zeigen, wirkt das Gemälde ruhig, stimmungsvoll und einfühlsam.




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