Alfred Sisley
Der Chemin de la Machine

Der Chemin de la Machine, Louveciennes
Alfred Sisley (1839-1899)
Der Chemin de la Machine, Louveciennes
1873
Öl auf Leinwand
H. 54; B. 73 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le chemin de la Machine, Louveciennes [Der Chemin de la Machine, Louveciennes]


Am Horizont verschwindende Straßen gehören zu den Lieblingsthemen Sisleys. Häufig verbinden sie den Vordergrund mit der Ferne und schaffen Öffnungen im Raum, durch die eine äuβerst gelungene Perspektive entsteht. Hier wird durch die senkrecht zur Bildoberfläche verlaufende Straβe der Eindruck einer ganz auβergewöhnlichen dritten Dimension vermittelt. Die Baumreihe gliedert das Gemälde rhythmisch und betont die Tiefenwirkung, während durch die Baumstämme und Schatten eine vertikale und horizontale Linienbewegung entsteht. Der leicht ansteigende Weg führt zu einem etwas dezentrierten Fluchtpunkt und bietet einen Tiefblick auf den sonnigen Hintergrund. Dank dieses Aufbaus kann der Maler seinen Landschaftsraum innerhalb der stufenförmig angeordneten Ebenen gestalten. Auch hier wird die Landschaft wie bei Jongkind durch einige menschliche Figuren belebt.

Der Chemin de la Machine, Louveciennes erinnert an die berühmte Allee von Middelharnis (London, The National Gallery) von Hobbema aus dem Jahr 1689, die der junge Sisley bei seinem Aufenthalt in London gesehen hatte. Doch das Gemälde lässt auch andere Einflüsse erkennen. Der durchdachte Aufbau steht in der Tradition von Corot, während die vom Himmel beherrschte Landschaft an holländische Landschaftsmaler aus dem 17. Jahrhundert wie beispielsweise Ruisdael anknüpft. Sisley gelingt es meisterhaft, die Leuchtkraft der Landschaft der Ile-de-France wiederzugeben.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter