Vincent van Gogh
Der Doktor Paul Gachet

Der Doktor Paul Gachet
Vincent van Gogh (1863-1890)
Der Doktor Paul Gachet
1890
H. 68; B. 57 cm
H. 68; B. 57 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Le docteur Paul Gachet [Der Doktor Paul Gachet]


Der Doktor Gachet, eine äußerst originelle Persönlichkeit, ist aus dem letzten Lebensabschnitt Vincents in Auvers nicht wegzudenken. Dieser Homöopath interessierte sich für die Handliniendeutung, doch seine wahre Leidenschaft galt der Kunst. Er war selbst ein ausgezeichneter Graveur und pflegte Beziehungen zu zahlreichen Künstlern, zu denen auch Manet, Monet, Renoir und Cézanne gehörten.
So war es ganz selbstverständlich, dass Van Gogh den Rat seines Bruders Theo befolgte und den Arzt am Tag nach seiner Einlieferung in die Heilanstalt in Saint-Rémy-de-Provence aufsuchte. Der im Bereich Psychiatrie spezialisierte Arzt half Vincent mit besten Kräften, seine Ängste zu überwinden und sorgte ebenfalls für den für seine künstlerische Entfaltung nötigen materiellen Komfort.

Das Porträt des Arztes gehört zu dieser besonders intensiv kreativen Phase. Das bevorzugte Modell verweilt in einer melancholischen Pose, die für den „leidenden Ausdruck unserer Zeit“ steht, wie Van Gogh es formulierte. Der einzige Hoffnungsschimmer in diesem strengen und kalten Bild ist die Blüte des Fingerhuts, der durch seine Heilkräfte für ein wenig Linderung und Erleichterung sorgt.
Trotz seiner Hingebung konnte Doktor Gachet Van Gogh nicht daran hindern, sich bald darauf das Leben zu nehmen.




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