Eugène Carrière
Die Familie des Malers

Die Familie des Malers
Eugène Carrière (1849-1906)
Die Familie des Malers
1893
Öl auf Leinwand
H. 125,5; B. 221,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La famille du peintre [Die Familie des Malers]


Dieses Gemälde schildert das Leben und Werk Eugène Carrières. Auf einem riesigen Familienporträt stellt der Maler seine Lieblingsthemen dar: Kindheit, Mutter mit Kind, menschliche Figuren. Nur der rechte Bildteil bleibt frei, man kann vage die Einrichtung eines Salons ausmachen. Auf dem originellen Gemälde sind friesartig sechs Gesichter aneinandergereiht, die sich ganz natürlich dem Betrachter zuwenden. Sie täuschen weder ein Gespräch noch irgendeine Beschäftigung vor. Aufgrund des monumentalen Formats kann dieses Gemälde mit den großen Gruppenporträts der holländischen Tradition des 17. Jahrhunderts verglichen werden.

Carrières Werk ist im wesentlichen seiner Familie gewidmet. Schon das erste Bild, das er 1879 an den Salon sendet, ist ein Erfolg: das Porträt seiner Frau und seines ersten Kindes (Mutter mit Kind, Avignon, Musée Calvet). Nur wenigen Künstlern diente ihr Privatleben in diesem Maße als Inspirationsquelle.
Auf diesem Porträt sieht man die Gattin des Künstlers, Sophie (1855-1922) und ihre Kinder, von links nach rechts: Nelly (1886-1971), Lucie (1889-1959), Jean René (1888-1982), Marguerite (1882-1964) und Elise (1878-1968). Jedes Gesicht spiegelt die Persönlichkeit des Modells wider, der Körper spielt eine untergeordnete Rolle. Die Kritik, dass Carrière Unvollkommenheiten oftmals verwischte oder verschwommen darstellte, ist hier nicht begründet. Ein Journalist vom Journal des débats äußerte sich folgendermaßen zu diesem Gemälde: „Man könnte eher sagen, dass er seine Figuren zuerst meisterhaft darstellt und dann überflüssige Details entfernt oder verwischt”. Die ausgewogenen Formen und Farben verleihen dem Porträt etwas Sanftes. Es hält keinen bestimmten Augenblick fest sondern spiegelt die Vergänglichkeit der Zeit wider.




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