Constant Troyon
Die Gänsemagd

Weide mit Gänsemagd
Constant Troyon (1810-1865)
Weide mit Gänsemagd
1854
Öl auf Leinwand
H. 80; B. 117 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le pâturage à la gardeuse d'oies [Weide mit Gänsemagd]


Nach vielen Reisen durch Frankreich, Holland und England lässt sich Troyon 1850 in der von grünen Weiden und Viehzucht geprägten Normandie nieder. Er studiert das Leben der Bauern mit eben so großer Aufmerksamkeit wie das der Tiere.

Auf diesem Gemälde zeigt Troyon eine Gänsemagd, die ihre Schar über die Weide führt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ist dies ein völlig unbekanntes Sujet. Eine Szene wie diese – eine einfache Bäuerin mit Tieren - wurde zuvor in der Malerei als eine unwürdige Thematik angesehen.
Bei dem breiten Bild handelt es sich fast um eine Panoramaansicht. Der mit raschen Pinselstrichen entstandene Himmel nimmt über die Hälfte des Bildes ein. Die im Vordergrund dominierenden Kühe erdrücken durch ihre massive Gestalt die Figur der jungen Gänsemagd, die kaum größer als sie erscheint. Bei der französischen Landbevölkerung der damaligen Zeit war es häufig Aufgabe der Kinder, Tiere zu hüten und sich um das Kleinvieh zu kümmern. Die Gänsemagd von Troyon erinnert an die Frau mit weidender Kuh, ein Gemälde, das Millet auf dem Salon von 1859 ausstellte (Bourg-en-Bresse, Musée de Brou). Trotz der Ähnlichkeit des Sujets ist Millets Szene eher von einer seltenen Schwere geprägt. Troyon hingegen gelingt die liebevolle, fast anekdotische Darstellung einer Alltagsszene, die er selbst erlebt hat und die außerdem ein Vorwand ist, seine von ihm so sehr geliebten Vierbeiner zu malen.




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