Alexandre Séon
Die Klage des Orpheus

Die Klage des Orpheus
Alexandre Séon (1855-1917)
Die Klage des Orpheus
Um 1896
Öl auf Holz
H. 73; B. 116 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Lamentation d'Orphée [Die Klage des Orpheus]


Orpheus, der Dichter und Sänger der griechischen Legenden, konnte durch seinen Gesang die Götter, Menschen und Tiere bezaubern. Nach dem Tod seiner Gattin Eurydike war er so untröstlich, dass er die Götter der Unterwelt dazu bewegte, sie ihm zurückzugeben. Sie stellten ihm jedoch eine Bedingung: er durfte sich beim Aufstieg in die Oberwelt nicht nach ihr umsehen. Orpheus, der dem Ruf Eurydikes jedoch nicht widerstehen konnte, drehte sich um und sah seine Gefährtin für immer entschwinden. Hinter dem gewaltigen Felsen, der hinter ihm aufragt, verbirgt sich gewiss der Weg in die Unterwelt.

Séon reduziert für diese Darstellung des Mythos des Dichters, den seine Kunst bis zu den den Menschen gewöhnlich verbotenen Mysterien führt, seine Mittel auf ein Minimum. Er gibt der Idee den Vorrang vor der Form. Seine Landschaft ist öde, bar jeglicher Vegetation, weit entfernt von den schillernden Farben der Insel von Bréhat, die ihn zu diesem Bild inspirierte. Während der zartrosafarbene Dekor flächig behandelt wurde, wirkt der ausgestreckte Körper des Protagonisten sehr plastisch, insbesondere die blaue, stark gefältete Draperie, die die Beine von Orpheus bedeckt.




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