Gustave Courbet
Die Klippen von Etretat nach dem Sturm

Die Steilküste von Etretat nach dem Sturm
Gustave Courbet (1819-1877)
Die Steilküste von Etretat nach dem Sturm
1870
Öl auf Leinwand
H. 133; B. 162 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La falaise d'Etretat après l'orage [Die Klippen von Etretat nach dem Sturm]


Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ziehen die reine Luft und das herrliche Licht Etretats zahlreiche Maler an. Im Sommer 1869 lässt sich auch Courbet in dieser kleinen normannischen Stadt nieder. Er richtet sich in einem Haus am Meeresufer an der Klippe von Aval ein, die ihm als Motiv für viele Bilder dienen wird. Keines jedoch ist vollkommener als Die Klippen von Etretat nach dem Sturm.
In dieser reinen Landschaft bar jeglicher menschlicher Präsenz und unbedeutender Details schafft Courbet ein einzigartiges Gleichgewicht zwischen Erde, Stein, Himmel und Meer. Die natürlichen Elemente wirken nahezu greifbar. Er gibt die transparente Atmosphäre, das klare Licht nach dem Regen wunderbar wieder. Der Kritiker Castagnary, ein Freund Courbets und Verfechter des Realismus, spricht von „der freien, heiteren Luft des Gemäldes, die jedes Detail umgibt“. Die Bewunderung der zukünftigen Impressionisten für Courbets Licht und Kühnheit ist angesichts dieses Bildes verständlich.

Auf dem Salon von 1870 stellt Courbet Klippen von Etretat nach dem Sturm und Stürmisches Meer aus. Die beiden Gemälde, die während der gleichen Periode entstanden sind, entsprechen einander, als schilderten sie die verschiedenen Phasen desselben Phänomens. Die begeisterten Kritiken tragen maßgeblich dazu bei, dass Courbet als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Kunstszene seiner Epoche gilt.

Courbet-Dossier




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