Henri Fantin-Latour
Die Lesende

Die Lesende
Henri Fantin-Latour (1836-1904)
Die Lesende
1861
Öl auf Leinwand
H. 100; B. 83 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La liseuse [Die Lesende]


Die in ihr Buch vertiefte junge Frau ist eine der Schwestern des Malers. Zu Beginn seiner Künstlerkarriere wählte Fantin-Latour Modelle aus seinem Familienkreis. Zu jener Zeit fertigte er auch zahlreiche Selbstporträts an.

Mit der Lesenden behandelt Fantin zum ersten Mal ein Thema, das ihn ganz besonders interessiert. Das Motiv ist der holländischen Malerei und Chardin nachempfunden: zu sehen ist eine Person, die so in ihre Tätigkeit vertieft ist, dass sie sich nicht von der Arbeit des Künstlers oder dem Blick des Betrachters stören lässt. Im Vordergrund steht bei dieser Szene wie auch bei den jungen nähenden oder webenden Frauen die innere Sammlung. Das bewegungslose Modell, das Stillleben bestehend aus den zwei Büchern im Vordergrund, die dumpfen Farben, die durch das Rot des Sofas kaum erwärmt werden, schaffen eine ruhige, stille Atmosphäre.

Mit diesem Porträt nimmt Fantin-Latour 1861 zum ersten Mal am Salon teil. 1859 wurde er mit einem Selbstbildnis abgelehnt. In diesem Gemälde ist schon die schlichte und nüchterne Strenge zu spüren, die für seine späteren Porträts kennzeichnend ist.




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