Henri Fantin-Latour
Die Nacht

Die Nacht
Henri Fantin-Latour (1836-1904)
Die Nacht
1897
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 75 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Nuit [Die Nacht]


Man vermutete lange Zeit, Fantin-Latour sei durch die Musik Wagners zu diesem für ihn ungewöhnlichen Werk inspiriert worden. Doch anscheinend ist die Figur, die in bläulich schimmernden Dunst gehüllt ist und mit dünnem Farbauftrag la nuitgemalt wurde, seiner Vorstellungskraft entsprungen. Im Katalog zur Fantin-Latour-Ausstellung, die 1982-1983 in den Galeries nationales du Grand Palais in Paris organisiert wird, steht: „Durch den Lichteffekt auf der linken Bildseite entsteht ein abstrakter, form- und konturenloser Raum im Stile Turners oder des Eisgang auf der Seine von Monet, während der blaue, karminrote, gelbe wolkenartige Schleier wie bei Renoir das ganze Gemälde überzieht”.

Dieses Bild, das durch seinen weichen, flüssigen Pinselstrich, seine Luftigkeit und Poesie besticht, war von Erfolg gekrönt und sicherte Fantin die Anerkennung der offiziellen Kreise. Der Staat erwirbt das Gemälde 1897, als es auf dem Salon präsentiert wird und im Journal vom 9. April schreibt der Kritiker Gustave Geffroy: „Die Nacht: Kein anderer Frauenkörper ruht so sanft in einem Himmel aus Farbe, auf weichen Wolken, die gekräuselten Wellen gleichen”.




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