Honoré Daumier
Die Republik

Die Republik
Honoré Daumier (1808-1879)
Die Republik
1848
Öl auf Leinwand
H. 73; B. 60 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La République [Die Republik]


Am 24. Februar 1848 wird die Republik ausgerufen. Ein neues politisches Regime übernimmt die Macht. Es ergeht ein Aufruf an die Künstler, „eine Personifizierung der Republik“ darzustellen. Der Wettbewerb wird am 14. März eröffnet. Die Künstler sollen einen Entwurf für die vom 5. bis 8. April in der Hochschule für Bildende Künste geplanten Ausstellung präsentieren. Unter den über 700 Kandidaten sind auch Flandrin, Picou, Gérôme und Daumier. Obwohl jener damals nur als Karikaturist von Charivari bekannt war, erfuhr sein Entwurf die verschiedensten Auslegungen. Man sah zuerst eine „starke Frau mit zahlreichen Kindern“, die der im Musée Royal ausgestellten Barmherzigkeit von Andrea Del Sarto nachempfunden ist, eine Mutter mit Jakobinermütze und Trikolore in der einen Hand, die ihre kräftigen Kinder stillt. Das lesende Kind zu ihren Füßen fand großen Anklang. Diese „starke Frau“ repräsentierte das Ideal einer starken Republik, die Nährmutter und Lehrmeisterin zugleich war. Eine „fruchtbare, gelassene, ruhmreiche“ Republik, die in der Tradition der ersten großen stand, die die Sklaverei abgeschafft hatte und deren Fahne um die Welt gegangen war. Daumier ging als elfter aus dem Wettbewerb hervor und hätte folglich in der Endphase des Auswahlverfahrens teilnehmen müssen. Er zog jedoch seine Kandidatur zurück und führte den Entwurf nie aus.




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