Paul Signac
Die rote Boje

Die rote Boje
Paul Signac (1863-1935)
Die rote Boje
1895
Öl auf Leinwand
H. 81; B. 65 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La bouée rouge [Die rote Boje]


Paul Signac, ein begeisterter Segler, malte oft Küstenlandschaften und Häfen. Hier der Hafen von Saint-Tropez, den er drei Jahre zuvor mit seiner Jacht L'Olympia angelaufen hatte. Zu dieser Zeit war Saint-Tropez noch ein kleines Fischerdörfchen, zu dem bald zahlreiche Maler wie Cross, Matisse, Derain oder Marquet pilgerten, bevor es sich zu einem mondänen Touristenort entwickelte.

Das bläuliche Wasser beherrscht einen großen Teil der Bildoberfläche, aber die Lichtreflexe der orangefarbenen Häuser grenzen es räumlich ein. Der Blick des Betrachters ist auf die rot-orangefarbene Boje im Vordergrund gerichtet, die sich aufgrund der dunklen Farben und Komplementärkonstraste deutlich von dem hellblauen Hafenwasser abhebt.

Bei dem Neoimpressionismus, einem wissenschaftlichem Impressionismus, geht es nicht mehr darum, die Spontanität des ersten Eindrucks wiederzugeben. Signac arbeitet nicht in der freien Natur, sondern im Atelier anhand von Naturskizzen. Die rote Boje ist zwar ein Beispiel für die divisionistische Technik, weicht aber vom strengen Neoimpressionismus ab.
Thadée Natanson, Redakteur bei La Revue Blanche, sagte über Signac: „Er erreicht eine große Genauigkeit mit leuchtenden, vibrierenden Farbtönen, eine geniale Kompositionsfähigkeit, die ein Bild geschickt auszufüllen versteht, welche man nur bewundern kann; was ihn auszeichnet, ist gelassene Heiterkeit.“




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