Jean Delville
Die Schule von Platon

Die Schule von Platon
Jean Delville (1867-1953)
Die Schule von Platon
1898
Öl auf Leinwand
H. 260; B. 605 cm
© ADAGP, Paris - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

L'Ecole de Platon [Die Schule von Platon]


Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Belgien eine der Hochburgen des Symbolismus in Europa. Jean Delville vertritt mit seinem malerischen und literarischen Werk die esoterische Tendenz dieser Bewegung. Als der Künstler mitte der 1880er Jahre die Symbolisten in Paris kennenlernte, löste er sich von dem naturalistischen Stil, den er seiner Ausbildung verdankte.
Seine Freundschaft mit Sâr Péladan und seine regelmäßige Teilnahme an den Salons der Rose Croix zeugen davon, dass er eher einer suggestiven als einer beschreibenden Kunstvorstellung verhaftet war.

Die Schule des Platon, die eigentlich für die Sorbonne bestimmt war, jedoch nie dort angebracht wurde, ist in mehrfacher Hinsicht ein ergreifendes Werk. Sie besticht durch ihr gewaltiges Format, das Thema, eine dem symbolistischen Ideal entsprechende Interpretation der klassischen Philosophie. Die Verbindung von Stilelementen, die auf die alten Meister von Raffael bis Puvis de Chavannes verweisen und der Einsatz einer bewusst irrealen Farbpalette verleihen dem Gemälde einen eigenartigen Reiz.
Die Ambiguität, die von diesem Fin-de-siècle Manierismus ausgeht, verwischt absichtlich die Grenze zwischen Reinheit und Sinnlichkeit.




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