Jean-François Millet
Die spinnende Ziegenhirtin

Die spinnende Ziegenhirtin
Jean-François Millet (1814-1875)
Die spinnende Ziegenhirtin
1868-1869
Öl auf Leinwand
H : 92,5; B. 73,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La fileuse, chevrière auvergnate [Die spinnende Ziegenhirtin]


Die auf einer Böschung sitzende junge Bäuerin spinnt mit einer Spindel und hütet gleichzeitig ihre Ziegen. Sie trägt ein Kleid aus grobem Leinen und ein Tuch aus Wolle, Holzschuhe und eine unförmige Kopfbedeckung aus Stroh. Ihr Spinnrocken besteht aus einem Haselnussstock, an dem das Büschel Rohwolle hängt. Die Ziegenhirtin verspinnt die Wolle mittels der Spindel in ihrer rechten Hand.

Millet malte diese junge Spinnerin in Barbizon anhand einer Reihe von Skizzen, die er 1866 während seines Aufenthaltes in der Auvergne und im Allier ausgeführt hatte. Er hatte seine Frau auf eine Badekur nach Vichy begleitet und entdeckte voller Erstaunen Land und Leute: „Die Menschen auf dem Land haben nichts mit den Bauern von Barbizon gemein, schreibt er an Sensier. Ihr gutmütiger Gesichtsausdruck lässt nicht auf die Nähe des Thermalbads schließen. Und die Frauen haben so gar nichts Boshaftes an sich”.
Die hier dargestellte junge Ziegenhirtin ist ein beredtes Zeugnis für die charakteristischen Physionomien der Auvergne. Sie scheint uns direkt anzuschauen und vermittelt uns Einblick in ihr Inneres. Das Ergebnis ist eine Art naturalistisches Porträt, vielleicht kehrt der Maler in seinem Spätwerk zum Porträt seiner Anfangszeit zurück.




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