Pierre Bonnard
Die weiße Katze

Die weiße Katze
Pierre Bonnard (1867-1947)
Die weiße Katze
1894
Öl auf Karton
H. 51; B. 33 cm
© ADAGP, Paris - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le chat blanc [Die weiße Katze]


Durch die Verzerrung will Bonnard humorvoll den Katzenbuckel darstellen. Das merkwürdig anmutende Tier mit dem übertrieben gebogenen Rücken, dem zwischen die Schultern eingezogenen Kopf und den Schlitzaugen sieht schlau aus. Sie wirkt zutraulich und scheu zugleich.
Aus den Vorstudien kann man ersehen, dass der Maler sich lange nicht über die Form und Stellung der Pfoten schlüssig war. Eine Röntgenaufnahme des Werks enthüllt zahlreiche Änderungen, von denen einige mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. „Kunst ist nicht Natur”, sagte er, dies trifft für seine Weiße Katze zu, denn sie wird hier nahezu zur Karikatur. „Dieses drollige, humoristische Bild entstand dank der Beobachtungsgabe seines genialen Meisters” (Elisabeth Foucart-Walter).

Aufgrund des dekorativen Stils des Bildes – die geschwungenen Linien, die Silhouette entbehrt jeglicher Tiefenwirkung, sie wurde einfach auf den Hintergrund gesetzt – steht dieses Werk von 1894 in der Tradition der Nabis. Die kühne, assymetrische Bildeinteilung und das Sujet erinnern an die japanischen Holzschnitte, die Bonnard sehr bewunderte. Hokusaï (1760-1849) und Kuniyoshi (1797-1861) hatten diese zutraulichen Raubkatzen oftmals dargestellt.
Im Laufe seiner Karriere malt Bonnard unzählige Bilder mit Katzen, mal als mehr oder weniger sichtbares Detail, mal, wie hier, als Sujet schlechthin.




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