Paul Chenavard
Divina Tragedia

Divina Tragedia
Paul Chenavard (1807-1895)
Divina Tragedia
Zwischen 1865 und 1869
Öl auf Leinwand
H. 400; B. 550 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Divina Tragedia (Ausschnitt)
Divina Tragedia (Ausschnitt)
Divina Tragedia (Ausschnitt)
Divina Tragedia (Ausschnitt)

Divina Tragedia


1848, kurz nach der Revolution, beauftragt Charles Blanc, der Direktor der Beaux-arts, Paul Chenavard mit einem Wandgemälde für das Pantheon in Paris, das die neue Regierung zum „Tempel der Menschheit” erheben will. Der Künstler will ein Mosaik anfertigen, das einen „unparteiischen Überblick über alle religiösen Traditionen” vermitteln soll".
Doch im Dezember 1851 gibt Louis-Napoleon Bonaparte das Panthéon der katholischen Religion zurück und Chenavards Projekt wird aufgegeben. Für den Salon von 1869 widmet sich der Künstler mit seiner Divina Tragedia, zu der ihn Dantes Göttliche Komödie, inspirierte, erneut der Geschichte der Religionen. Begleitend zu dem Gemälde steht im Ausstellungskatalog des Salons eine lange Legende: „Gegen Ende der antiken Religionen und mit der Dreifaltigkeit der Christen finden die Götter mit Hilfe des Engels der Gerechtigkeit und des Geistes den Tod”.

Das Gemälde stößt auf allgemeines Unverständnis. Es gilt als zu komplex, da der Maler viele verschiedene Quellen und Ideen zum Ausdruck bringen will. Baudelaire legt in L'art philosophique ganz besonders scharf dar, aus welchem Grund Chenavards Kunst ablehnende Reaktionen auslöst: „Chenavards Gehirn ist verworren, fuliginös [...]. In diesem Gehirn spiegeln sich die Dinge [...] nur in einem Dunst. Chenavard ist kein Maler, er geringschätzt, was wir unter Malerei verstehen”. Baudelaire lehnt eine Malerei ab, die „sich anmaßt, die Bücher zu ersetzen [...], um Geschichte, Ethik und Philosophie zu lehren”.
Divina Tragedia wird nichtsdestotrotz vom Staat für das Musée du Luxembourg erworben, dort indes nur kurze Zeit präsentiert und erst 1974 anlässlich der Ausstellung Das Musée du Luxembourg im Jahr 1874 wiederentdeckt.




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