Vincent van Gogh
Eugène Boch

Eugène Boch
Vincent van Gogh (1853-1890)
Eugène Boch
1888
Öl auf Leinwand
H. 60; B. 45 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Eugène Boch


Van Gogh lernt den belgischen Maler Eugène Boch (1855-1941) Mitte Juni 1888 kennen, als sich letzterer einige Wochen lang in der Nähe von Arles aufhält. Um den 8. Juli erwähnt Vinzent Boch in einem Brief an seinen Bruder Theo: „Die äußere Erscheinung dieses Jungen gefällt mir sehr, er ist schmal wie eine Rasierklinge und hat ungewöhnlich grüne Augen”.
Am 11. August keimt eine Idee in ihm auf: „Ich möchte gern einen Künstlerfreund porträtieren, der große Träume hat, der sich seiner Arbeit mit soviel Ausdauer widmet wie eine Nachtigall ihrem Gesang, weil dies seinem Naturell entspricht. Dieser Mann wird blond sein. Das Gemälde soll widerspiegeln, wie sehr ich ihn schätze und liebe. Ich werde ihn folglich so malen, wie er ist, so naturgetreu wie möglich. [...]. Hinter seinen Kopf male ich statt der banalen Wand der schäbigen Wohnung die Unendlichkeit, ich male einen einfachen satt blauen, möglichst kräftigen Hintergrund und der hell erleuchtete blonde Kopf wird auf diesem satt blauen Untergrund geheimnisvoll wie ein Stern am tiefblauen Himmel wirken”.
Zwei Wochen später steht Boch Van Gogh Modell. „Nun habe ich endlich einen ersten Entwurf für das Bild, von dem ich schon so lange träume – der Dichter. Er hat mir dazu Modell gestanden. Sein schmaler Kopf mit den grünen Augen hebt sich auf meinem Porträt von einem azurblauen Sternenhimmel ab, er trägt eine gelbe Jacke, ein beiges Leinenhemd, eine bunte Krawatte”.
Obwohl Van Gogh dieses Werk, dem er den Titel Der Dichter gibt, nur als eine „Skizze” betrachtet, rahmt er es ein. Man weiß, dass es eine zeitlang im Schlafzimmer des Gelben Hauses hing, denn es taucht auf der ersten Version des Schlafzimmers (Amsterdam, Musée Van Gogh) auf.




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