Eugène Fromentin
Falkenjagd in Algerien

Falkenjagd in Algerien
Eugène Fromentin (1820-1876)
Falkenjagd in Algerien
Zwischen 1820 und 1863
Öl auf Leinwand
H. 162,5; B. 118 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Chasse au faucon en Algérie : la curée [Falkenjagd in Algerien]


Eugène Fromentin knüpft ab 1846 an Eugène Delacroix’ Orientreisen an: er begibt sich mehrere Male nach Algerien. Seine Reiseerzählungen: Ein Sommer in der Sahara 1856 und zwei Jahre später Ein Jahr in der Sahel und einige wunderschöne Gemälde wie diese Falkenjagd in Algerien, das gewiss zu den berühmtesten und meist ausgestellten seiner Zeit gehört, legen Zeugnis von seiner Faszination für diese Gegend ab.

Unter den algerischen Themen war die Falkenjagd zweifellos das Lieblingsmotiv des Malers. Die Szene zeigt das Genossenmachen: Zwei vornehm und stolz wirkende Reiter sehen ihren Dienern dabei zu, wie sie den Klauen der Falken den soeben getöteten Hasen entreißen. Das Thema, die zarte Farbgebung und das warme Licht lassen den Einfluss Delacroix ‘ erkennen, die präzise Linienführung von Pferden und Jägern verweist dagegen auf Ingres.

Das Gemälde Fromentins knüpft zwar an die orientalische Tradition der Romantiker an, verzichtet indes auf wirklichkeitsgetreue Details. Er wählte eher eine idealisierte Darstellungsweise, die auf die Vergangenheit, insbesondere das Mittelalter, zurückgreift. Der Kritiker Paul de Saint-Victor schrieb anlässlich der Präsentation des Gemäldes auf dem Salon 1863: „Die vornehme Haltung der Reiter, ihre prächtigen Kleider und ihre Rassepferde lassen darauf schließen, dass es sich um große algerische Aristokraten handelt [...] Es muss göttliches Vergnügen bereiten […] mit dem geflügelten Vasallen auf dem Handschuh durch Ebenen und Täler zu reiten. Man ist Herr über Erde und Lüfte...“




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