Frédéric Bazille
Familientreffen oder Familienporträt

Familientreffen oder  Familienporträt
Frédéric Bazille (1841-1870)
Familientreffen oder Familienporträt
1867
Öl auf Leinwand
H. 152; B. 230 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Réunion de famille dit aussi Portraits de famille [Familientreffen oder Familienporträt]


Vor seinem frühzeitigen Tod im französisch-preußischen Krieg 1870 steht Frédéric Bazille Renoir und Monet sehr nahe, er ist voller Bewunderung für ihre Gemälde, insbesondere für ihre Pleinair-Szenen. Dieses Motiv entsteht während eines Sommeraufenthalts auf dem Familienwohnsitz von Méric in der Nähe von Montpellier. Auf einer großformatigen Leinwand stellt er zehn seiner engen Familienangehörigen dar, links außen ist der Maler selbst zu erkennen.

Die klaren Kontraste zeugen von der Begeisterung des Malers für das mediterrane Licht. Die Gruppe befindet sich im Schatten eines großen Baums, dadurch kommen die grellen Farben von Landschaft und Himmel verstärkt zur Geltung. Aufgrund des durch das Laub scheinenden Lichts sticht die helle Farbe der Kleidung besonders stark von den dunklen Jacken, einer Stola oder einer Schürze ab.

Im Gegensatz zu Monets großformatiger Leinwand Frauen im Garten, die Bazille vor kurzem erworben hatte, ähnelt die Darstellung der einzelnen Figuren hier einem Porträt, fast alle Modelle richten wie beim Fotografen ihren Blick auf den Betrachter. Folglich wirkt die Haltung der Figuren ein wenig starr, obwohl dieses Bildnis im engsten Familienkreis entstand. Die Ausführung scheint beherrscht und Bazille verbringt im Winter viel Zeit mit der Überarbeitung des Gemäldes. Nach der Ausstellung auf dem Salon ein Jahr später ersetzt er sogar noch die kleinen Hunde im Vordergrund durch ein wenig natürlich wirkendes Stillleben.
Sein Zögern und seine Kompromissbereitschaft sind vermutlich ausschlaggebend dafür, dass sein Bild auf dem Salon 1868 angenommen wird, während Monets kühnere Gemälde abgelehnt werden. Der bescheidene Bazille schreibt erstaunt über die Entscheidung der Jury „ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber vermutlich haben sie sich geirrt“.




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