James Tissot
Faust und Margarethe

Die Begegnung von Faust und Margarethe
James Tissot (1836-1902)
Die Begegnung von Faust und Margarethe
1860
Öl auf Holz
H. 78; B. 117 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La rencontre de Faust et de Marguerite [Die Begegnung von Faust und Margarethe]


In dem Bestreben, die Historienmalerei zu neuem Leben zu erwecken, sucht Tissot zu Beginn 1860 nach neuen Sujets und einem neuen Stil. Das Werk des belgischen Malers und Radierers Hendrik Leys (1815-1869) wird ihn dabei stark beeinflussen. Auf der Weltausstellung 1855 wurde letzterer mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet. Die Kritiker waren von der Qualität seiner Darstellungen der vergangenen Jahrhunderte begeistert gewesen. Seine Arbeiten zeichneten sich durch ihre naturgetreue Architektur und die Trachten, die genaue Wiedergabe der Haltungen und Physiognomien, die sorgfältige Zeichnung und Farbenpracht aus.
Genau jene Qualitäten findet man fünf Jahre später auf diesem Gemälde von Tissot wieder. Wie Leys' Spaziergang vor dem Thor (Belgien, königliche Sammlungen), ein Gemälde, das 1855 ausgestellt wurde, schöpft der junge französische Maler sein Thema aus Goethes Faust, der 1808 veröffentlicht worden war. Diese literarischen inspirierten Werke tragen zur Erneuerung der Historienmalerei bei.
Der Künstler führt ein eklektisches Pasticcio der Malereien des 15. und 16. Jahrhunderts aus. Die glatte Faktur und die genaue Zeichnung sowie die architektonischen Details erinnern an die alten deutschen und flämischen Meister.




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