Auguste Renoir
Fernand Halphen als Kind

Fernand Halphen als Kind
Auguste Renoir (1841-1919)
Fernand Halphen als Kind
1880
Öl auf Leinwand
H. 46; B. 38 cm
© RMN -Grand Palais(Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Fernand Halphen enfant [Fernand Halphen als Kind]


Der Figurenmaler Renoir führte von Beginn an Porträts auf Bestellung aus. Seinen ersten öffentlichen Erfolg verdankt der Künstler dem Familienporträt Frau Charpentier mit ihren Kindern (New York, The Metropolitan Museum), das 1879 auf dem Salon ausgestellt wurde. Es ist der Protagonistin Frau Charpentier, der Gattin des Verlegers von Flaubert, Zola, Goncourt und Huysmans zu verdanken, dass Renoir um 1880 wieder vermehrt Porträtaufträge erhält.

Die Eltern des jungen Fernand Halphen nehmen innerhalb der jüdischen Bourgeoisie von Paris eine einflussreiche Stellung ein. Fernand (1872-1917) ist der jüngste von fünf Kindern. Er wird 1895 mit dem Second Grand Prix de Rome (Zweiten Rompreis) für Komponisten ausgezeichnet. Er widmete sein Leben der Musik, bevor er im Ersten Weltkrieg im Alter von fünfundvierzig Jahren auf dem Schlachtfeld stirbt.

Fernand Halphens Eltern legten anscheinend keinen großen Wert auf dieses Gemälde, das einer ehemaligen Gouvernante des Jungen geschenkt wurde. Später erwarb es der Kunsthändler Jos Kessel, der es dem Kunstsammler Charles Pacquement verkaufte. Jener schenkte es nach dem Krieg, der ihn stark mitgenommen hatte, Frau Halphen, der Witwe des Modells.
Es ist heute unverständlich, weshalb Renoirs Malerei nur widerstrebend angenommen wurde. Einer der Gründe war vermutlich seine kühne Palette, die nichts mit den sanften Farben der damals beliebten Porträtisten gemein hatte. Die einfache Formgebung, die Betonung der Konturen lassen erkennen, dass Renoir einen entscheidenden Moment in seiner Entwicklung erreicht hat. Die flimmernden Effekte der Farben der Jahre 1870 weichen der kühleren Farbgebung seiner „Ingresperiode“, die Formen werden strenger.




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