Jean-François Millet
Frau Lecourtois

Frau Eugène Félix Lecourtois
Jean-François Millet (1814-1875)
Frau Eugène Félix Lecourtois
Undatiert
Öl auf Leinwand
H. 73,5; B. 59 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Madame Eugène Félix Lecourtois [Frau Eugène Félix Lecourtois]


Millet, der darum bemüht war, seine Porträtkunst zu vervollkommnen, um damit seinen Lebensunterhalt besser bestreiten zu können, wählte zu Beginn insbesondere Familienmitglieder als Modelle. Im November 1841 hatte er Pauline Ono, die Tochter eines Schneiders aus Cherbourg geheiratet. Er fertigte mehrere wunderschöne Bildnisse von ihr an, die lange Zeit im Besitz der Familie geblieben waren, bevor Letztere sie dem Museum von Cherbourg vermachte. Folglich besitzt das Musée d'Orsay kein einziges Porträt von Pauline, die am 21. April 1844 in Paris gestorben war. Doch das Musée du Louvre erwarb 1907 das Porträt von Frau Lecourtois, der Schwester von Pauline.
Sie wirkt ein wenig unbeholfen und eingeschüchtert auf dem Bild. Sie trägt prächtige Kleider. Die Geste ihres rechten Arms erinnert an die klassischen Porträts der französischen Kunst, doch sie strahlt keinerlei mondäne Eleganz aus. Vielleicht wurde Millet durch das schlichte Auftreten und die Sanftmut der jungen Frau angezogen, durch die sich dieses Gemälde auszeichnet?
Manche Kritiker glauben, dass diese Porträts des bescheidenen, ein wenig kleinkarierten Bürgertums der Provinz schon Ausdruck von Millets Faszination für die kleinen Leute sind, die den Maler sein Leben lang faszinieren werden.




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