Paul Signac
Frau mit Sonnenschirm

Frau mit Sonnenschirm (Opus 243, Bildnis)
Paul Signac (1863-1935)
Frau mit Sonnenschirm (Opus 243, Bildnis)
1893
Öl auf Leinwand
H. 81; B. 65 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michèle Bellot

Femme à l'ombrelle (Opus 243, Effigie) [Frau mit Sonnenschirm (Opus 243, Bildnis)]


Das Gemälde Frau mit Sonnenschirm stellt Berthe Roblès dar (1862-1942), eine entfernte Kusine von Camille Pissarro, die Paul Signac Anfang der 1880er Jahre kennen gelernt hatte, als er im Kabarett Le Chat Noir verkehrte. Zu diesem Zeitpunkt tritt sie in das Leben des Malers ein und wird einige Monate vor Entstehung dieses Gemäldes - am 7. November 1892 - seine Frau.

Vollendete und neoimpressionistisch geprägte Porträts sind bei Signac nur selten anzutreffen. Dieses Porträt ist Teil einer Reihe, die der Künstler seinem engstem Freundes- und Familienkreis gewidmet hat und zu der auch das berühmte im New Yorker MoMA aufbewahrte Bildnis des Schriftstellers und Kunstkritikers Félix Fénéon (1890) zählt.

Mit diesem Gemälde, auf dem eine von einem Sonnenschirm bedeckte Frau im Profil zu sehen ist, knüpft Signac an ein bereits von den Impressionisten verwendetes Motiv an, das vor allem in den beiden im Musée d'Orsay aufbewahrten Figurenstudien im Freien von Claude Monet zum Ausdruck kommt. Ihm geht es jedoch eher um eine ausschließlich neoimpressionistische Interpretation des Motivs. Das Gemälde lebt von simultanen Farbkontrasten, besonders von den grün-rot/orangefarbenen und gelb-violetten Gegensätzen. Die Raumaufteilung wurde ohne jegliche Tiefenillusion mit Bedacht zweidimensional festgelegt, während die Gestaltung sich mit den auf dem Gesicht erzeugten Schattenspielen begnügt. Werden einerseits die Stilisierungseffekte des Gemäldes durch die hieratische Erscheinung des Modells hervorgehoben, so betonen doch die Arabesken der Linien der Ärmel und des Sonnenschirms so wie die stilisierte Blume und die Posamenten den vom Künstler beabsichtigten dekorativen Aspekt.




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