Paul Signac
Frauen am Brunnen

Frauen am Brunnen
Paul Signac
Frauen am Brunnen
1892
Öl auf Leinwand
H. 195; B. 131 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Femmes au puits [Frauen am Brunnen]


Nach Seurats Tod 1891 setzt Signac seine Arbeit als Maler und Theoretiker der neo-impressionistischen Gruppe fort. 1892 beschließt er, Paris zu verlassen und geht nach Saint-Tropez, wo er sich bis 1913 aufhält. Nachdem er im Laufe des Sommers mehrere kleinformatige Bilder vom Hafen in Saint-Tropez angefertigt hat, beginnt Signac im folgenden Jahr mit einer großen Komposition, Das Zeitalter der Harmonie  eine Allegorie der idealen Gesellschaft und der Lebensfreude. Auf einem der ersten Entwürfe für dieses Bild kann man zwei Frauen sehen, die Wasser aus einem Brunnen schöpfen. Signac beschließt, die beiden Figuren zu isolieren und ihnen ein eigenes Bild zu widmen. Alle in dieser Szene vorhandenen landschaftlichen Elemente existieren wirklich bei Saint-Tropez: der Hügel mit der Festung, das Meer und der Hafendamm, das Gebirgsmassiv „Les Maures“ und die Ausläufer des Esterelgebirges, aber der Maler fügt sie nach seinem Gutdünken zusammen und schafft so, nach mehreren vorbereitenden Skizzen eine neue Landschaft. Signac möchte durch den Gebrauch greller Farbtöne den Eindruck erwecken, das Licht komme aus der Malerei selbst.


Das Bild wird 1893 beim Salon der Unabhängigen mit dem Titel Junge Provenzalinnen am Brunnen (Dekoration für eine Wand im Halbschatten) ausgestellt. Der von Signac gewählte Untertitel bestätigt die Ansicht des Kunstkritikers Felix Fénéon, welcher im Werk des Malers „eine große Entfaltung dekorativer Art“ erblickt, „in welcher die Anekdote der Arabeske und die Aufzählung der Synthese weicht“.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter