Jean-Léon Gérôme
Hahnenkampf

Hahnenkampf
Jean-Léon Gérôme (1824-1904)
Hahnenkampf
1846
Öl auf Leinwand
H. 143; B. 204 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Jeunes Grecs faisant battre des coqs oder Un combat de coqs [Hahnenkampf]


Gérôme beginnt mit diesem Gemälde 1846. Nach dem bedeutsamen Misserfolg im Wettbewerb um den Prix de Rome blieben ihm die Tore der Villa Medicis verschlossen. Er befürchtet eine erneute Niederlage und zögert, den Hahnenkampf auszustellen. Dank des ermutigenden Zuspruchs seines Meisters, des akademischen Malers Delaroche, sendet er schließlich sein Bild auf den Salon 1847, wo das Gemälde von großem Erfolg gekrönt wird.

Das Gemälde im „neugriechischen“ Stil zeichnet sich durch vollendete Ausführung, helle Farbgebung und glatten Farbauftrag aus, es zeigt ein nahezu unbekleidetes junges Paar am Fuß eines Brunnens. Ihre Jugend bildet einen Kontrast zu dem kantigen Profil der Sphinx im Hintergrund. Dieser Gegensatz ist auch in der üppigen Vegetation und den welken Blättern am Boden, den beiden miteinander kämpfenden Vögeln, von denen einer in Kürze sterben wird, zu erkennen.

Die Enttäuschung des Künstlers fiel in den Lobreden, die diesem Werk zuteil wurden, nur wenigen auf. Nur Baudelaire kritisierte das Bild und bezeichnete Gérôme als das Oberhaupt der „Schule der Verkniffenen“, er fand ihn schwach und unnatürlich. Die Öffentlichkeit schloss sich dagegen lieber der Meinung eines Théophile Gautier an, für den der Hahnenkampf ein gelungenes Beispiel „meisterhafter Zeichnung, Lebendigkeit und virtuoser Farbgebung“ war. Mit dreiundzwanzig Jahren hielt Gérôme seinen ersten vielbeachteten Einzug in die Kunstwelt, bevor er seine offizielle Karriere, die mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet wurde, einschlug




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