Louis Anquetin
Henri Samary

Henri Samary
Louis Anquetin (1861-1932)
Henri Samary
Um 1880
Öl auf Leinwand
H. 71; B. 59,3 cm
© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Henri Samary
Madeleine Brohan

Henri Samary


Der gebürtige Normanne Anquetin beginnt 1882 seine Ausbildung im Atelier des Malers Léon Bonnat (1833-1922) in Paris; dort freundet er sich mit Henri de Toulouse-Lautrec an, gemeinsam besuchen sie die Cabarets in Montmartre. Als ihr Meister 1883 sein Atelier schließt, wechseln sie 1883 zu dem Akademiemaler Fernand Cormon (1845-1924) über. Zur Cormon-Gruppe gehören auch Künstler wie Emile Bernard oder Vincent van Gogh.
Anquetin lernte Henri Samary (1865-1902) vermutlich durch Lautrec kennen, der den Schauspieler 1889 auf der Bühne der Comédie-Française porträtiert hatte (Musée d'Orsay).

Henri Samary gehört einer regelrechten Schauspielerdynastie an: Er ist der Enkel von Suzanne Brohan (1807-1887) und der Neffe von Madeleine Brohan (1833-1900) – beide sind ständige Mitglieder der Comédie-Française – und von Louis-Jacques Samary (1815-1893), einem Cellisten an der Opéra.
Seine beiden Schwestern Marie (1848-1941) und Jeanne (1857-1890), widmen sich auch dem Theater. Letztere erlangte an der Comédie Française große Berühmtheit. Renoir führte mehrere Porträts von ihr aus. Henri wird ab 1883 in der Comédie Française engagiert.
Er interpretiert Werke von Molière und zeitgenössische Kreationen von Autoren wie Feuillet, Sardou oder Richepin.

Dieses Gemälde ist zwischen dem Porträt und der Charakterdarstellung anzusiedeln. Es zeichnet sich durch seine flächigen Formen ohne Volumen und Schatten aus. 1889 unterstreicht der Kunstkritiker Félix Fénéon die „intensive Flächenfarbe [und die] unüberwindlichen Konturen” von Anquetins Werken.
Diese Frontalansicht, die die gekünstelte Eleganz des Modells hervorhebt, wirkt wie die Vergrößerung eines Modedrucks. Aufgrund des vielsagenden Gesichtsausdrucks von Henri Samary, in dem ganz besonders die strahlend blauen Augen zur Geltung kommen - wie die seiner Tante Madeleine, die von Paul Baudry gemalt wurde (Musée d’Orsay) – ist er der Stereotyp des Schauspielers.




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