Pierre Bonnard
Im Boot

Im Boot
Pierre Bonnard (1867-1947)
Im Boot
um 1907
Öl auf Leinwand
H. 278; B. 301 cm
© ADAGP, Paris - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

En barque [Im Boot]


Nachdem Bonnard in Vernon, einer Stadt an der Seine in der Normandie, ein Haus gekauft hatte, legte er sich ein Boot zu. Dies gibt ihm die Gelegenheit, scheinbar nichtssagend Szenen zu malen, die seit den Impressionisten ein beliebtes Motiv darstellten. Dieses Gemälde ist eine der drei Versionen, die seine Lebensgefährtin Marthe mit ihrem Hund im Boot zeigt. Das Bild strahlt die intime, kindliche Atmosphäre einer ländlichen, arkadischen Idylle aus.
In der Mitte sieht man die sitzende junge Frau mit blumengeschmücktem Hut bis zur Taille, sie hält einen schwarzen Hund in den Armen, die von dem unteren Rand des Rahmens abgetrennt werden. Der Betrachter wird durch diese ungewöhnliche Abtrennung in die Szene integriert, als befände er sich selbst in dem abgeschnittenen Boot.

Das Gemälde lässt eine gewisse Rückkehr zum Impressionismus nach der Nabisperiode des Künstlers erkennen: es ist jedoch noch die für jene Bewegung charakteristische Vorliebe für dekorative Malerei spürbar, die dem Stil der Wandteppiche verwandt ist, Osmose zwischen Mensch und Natur. Die Farbgebung ist recht ungewöhnlich, unnatürlich: das Boot ist grell orange, das Gelb des Hundes schimmert rot oder blau, gesättigte Töne werden mit dumpfen Tönen vermischt. Auch die ausgedehnte Raumaufteilung verblüfft: nahe und ferne Bildebenen gehen ineinander über. Die realitätsgetreue Darstellung wirkt indes geheimnisvoll, ungreifbar. Ab 1905 realisiert Bonnard unzählige Variationen von einigen wenigen Themen wie die Landschaft und das Stillleben oder Figuren, die von einer lichtdurchfluteten Atmosphäre von Sommer und vollkommenem Glück beherrscht werden.




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