Léon Bonnat
In der Sixtinischen Kapelle

Innenansicht der Sixtinischen Kapelle
Léon Bonnat (1833-1922)
Innenansicht der Sixtinischen Kapelle
Zwischen 1875 und 1880
Öl auf Leinwand
H. 45,5; B. 59 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Intérieur de la Chapelle Sixtine [Innenansicht der Sixtinischen Kapelle]


Dank der zwischen 1925 und 1929 gewährten Schenkungen und Vermächtnisse von Madame Edouard Kann und ihrer Schwester, Madame Albert Cahen d’Anvers, verfügt das Musée d’Orsay über zahlreiche Werke des Malers Léon Bonnat. Dazu gehört neben dem Selbstbildnis des Künstlers im Alter von zweiundzwanzig Jahren und zahlreichen Porträts, unter anderen Bildnissen der Stifterinnen, auch diese außergewöhnliche Innenansicht der Sixtinischen Kapelle, die vermutlich in den Jahren 1870 entstand.

Diese fast menschenleere, touristisch anmutende Vision der Hochburg des Vatikans (der Dekor ist hier nur angedeutet) wurde mit groben Pinselstrichen rasch hingeworfen. Am linken Rand ist im Vordergrund eine einzige weibliche Figur in Vorderansicht zu sehen.

Bei der Frau handelt es sich vermutlich um Madame Kann, mit der der Maler nach Italien reiste, sie stellt ihre Lorgnette ein, um den Dekor, oder vielleicht den skizzierenden Maler, besser zu sehen.

Dies ist Bonnards profane Version des Karfreitag in der Sixtinischen Kapelle, die 1860 in Anlehnung an Ingres’ Gemälde Papst Pius VII. in der Sixtinischen Kapelle, 1814, entstand.




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