Eugène Carrière
Intimität

Intimität, oder die große Schwester. Intimität
Eugène Carrière (1849-1906)
Intimität, oder die große Schwester. Intimität
Um 1889
Öl auf Leinwand
H. 130; B. 99 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Intimité, dit aussi La grande soeur. Intimité [Intimität, oder die große Schwester. Intimität]


Eugène Carrières Werdegang begann 1876 auf dem Salon in Paris. Bis in die 1880er Jahre präsentierte er dort vor allem Porträts. Nach der Ausstellung auf dem Salon 1889 des Bildes Intimität oder Die große Schwester gilt er bei den Kritikern als Maler von häuslichen Szenen oder Mutter-und-Kind-Bildern. Das Motiv dieses Gemäldes ist zwar dem Familienleben des Malers entnommen – es zeigt seine Gattin und ihre zwei Töchter, Elise und sicherlich Nelly – doch Carrière geht in seiner Darstellung über das einfache Sujet weit hinaus. Er erforscht eine Metapher des organischen Lebens und der universellen Natur, die sein Werk in die Tradition der Symbolisten stellt. Durch die monochrome Farbgebung, aus der sich später die Grisaillemalerei entwickelt, entsteht eine entmaterialisierte Wirkung. Seine Wahl eine realistische und mimetische Farbe zu verwenden, wird beim Großteil der Kritiker zeitlebens auf Unverständnis stoßen.

Der intimistische Realismus von Carrière lässt den Einfluss der flämischen und holländischen Malerei erkennen, seine gefühlsbetonte Interpretation des Familienlebens steht in der Tradition der Genremalerei.




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