Lovis Corinth
Julius Meier-Graefe

Julius Meier-Graefe
Lovis Corinth (1858-1925)
Julius Meier-Graefe
1912
Öl auf Leinwand
H. 90,4; B. 70,4 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Julius Meier-Graefe


Dieses Gemälde vereint zwei bedeutende Persönlichkeiten der deutschen Kunstszene des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts: den Maler Lovis Corinth und den Schriftsteller und Kunstkritiker Julius Meier-Graefe. Der erstgenannte wurde 1858 in Ostpreußen geboren und erhielt eine kosmopolitische Ausbildung. Bis 1911 ist seine Malerei vom Symbolismus und Spätromantismus geprägt. Der Einfluss französischer Naturalisten wie Dagnan-Bouveret, sein Lehrer während seines Aufenthalts in Paris, war deutlich spürbar. Nach 1911 erfuhr sein Leben infolge eines Schlaganfalls tiefgreifende Veränderungen. Sein ungestümer Pinselstrich und seine Palette lassen bisweilen den Expressionismus erahnen. Mit langen Pinselzügen gestaltet und fragmentiert er Formen in unendlich vielen lichten Farbabstufungen. Dieses Porträt ist ein beredtes Beispiel für seine Kunst.

Julius Meier-Graefe, sein Modell, wurde 1867 in Ungarn geboren und ist ab 1895 (das Jahr, in dem er die Zeitschrift Pan gründete) eine bedeutende Persönlichkeit des Berliner Lebens. Der Kosmopolit informiert mit seiner Zeitschrift Kunstliebhaber und deutsche Künstler über die jüngsten Ereignisse der Kunstszene in Europa; er stellt den Impressionismus vor, der zu einer neuen Denkweise und neuartigen plastischen Anregungen führen wird.




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