Henri de Toulouse-Lautrec
Justine Dieuhl

Justine Dieuhl
Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901)
Justine Dieuhl
1891
Huile sur carton
H. 74 ; L. 58 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Justine Dieuhl


Die Palette dieses Gemäldes ist charakteristisch für die Porträts, die Lautrec im Garten des „Père“ Forest malte, einem Gelände, das zum Bogenschießen genutzt wurde und sich an der Ecke des Boulevard de Clichy und der Rue Caulaincourt befand. Die Pflanzen und Bäume bilden ein Netz, das die Figur in einem fast neutralen Raum isoliert. Für das Kleid und den Hut verwendet Lautrec das für diese Periode typische Blau mit einer Violetttönung. Das leuchtende Rot des Halsbands bringt durch das Spiel der Komplementärfarben die Grüntöne des Hintergrunds besonders gut zur Geltung.  

Das in Vorderansicht in der Bildmitte sitzende Modell, Justine Dieuhl, ist erstaunlich präsent. Sie scheint auf einem relativ wackeligen Klappsessel zu sitzen. Ihre ein wenig steife Haltung wirkt unbeholfen, ihre breiten, ungeschickten Hände bestätigen diesen Eindruck. Die Linienführung ihres Körpers ist einfach. Man scheint von oben herab auf sie zu schauen. Die breiten blauen Streifen ihres Kleids sind nur Füllwerk, einzig die Form der Knie wird durch hellere Rundungen angedeutet. Ihre komplizierte Kopfbedeckung ist so hoch, dass sie kaum in das Gemälde passt.  

Von den meisten der Frauen, die Lautrec in diesem Garten porträtiert, ob professionelle Modelle oder Prostituierte, kennen wir nur den Vornamen: Berthe oder Gabrielle... Von Justine ist zwar auch der Familienname bekannt, doch keinerlei Einzelheiten zu ihrem Leben. Es gibt nur dieses Porträt, auf dem Lautrec bestrebt ist, die Persönlichkeit der Figur wiederzugeben. Es gelingt ihm auf sehr menschliche und wie so oft humorvolle Art und Weise.




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