Paul Gauguin
Die schöne Angèle

Die schöne Angèle
Paul Gauguin (1848-1903)
Die schöne Angèle
1889
Öl auf Leinwand
H. 92; B. 73 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Belle Angèle [Die schöne Angèle]


Marie-Angélique Satre, eine Hotelbesitzerin von Pont-Aven, galt als eine der schönsten Frauen der Gegend. Sie erzählt, unter welchen Umständen dieses Porträt um 1920 entstanden ist: "Gauguin ein sehr sanftmütiger, bedauernswerter Mann [...], hatte schon oft zu meinem Mann gesagt, dass er mein Porträt malen wollte, eines Tages begann er damit. […] Als er es mir zeigte, sagte ich "Wie schrecklich!" und er könne es wieder mitnehmen [...]. Gauguin war traurig und antwortete enttäuscht, dass es sein gelungenstes Porträt sei".
Es ist nicht verwunderlich, dass das Modell dieses Porträt nicht verstanden hat. Gauguin zögerte nicht, mit der herkömmlichen Perspektive und Raumeinheit zu brechen. Er setzte eine dem japanischen Holzschnitt verwandte Technik ein: das von einem Kreis umrahmte Porträt der Angélique Satre hebt sich von dem dekorativen Hintergrund ab, die dunklen Konturen bringen die Formen verstärkt zur Geltung.

Durch die starre Haltung, die festliche Kleidung der jungen Frau sowie die Inschrift LA BELLE ANGELE wirkt die Darstellung besonders feierlich. Die peruanisch inspirierte anthropomorphe Keramik links unterstreicht den symbolischen Charakter des Bildes, sie könnte eine exotische Version der Bretonin sein. Anhand dieses Meisterwerks, das Degas 1891 erwarb, werden Gauguins ästhetische Prinzipien klar erkennbar: Einsatz verschiedenartiger, primitiver Inspirationsquellen und vereinfachte Formen.




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