Henri de Toulouse-Lautrec
Die Clownesse Cha-U-Kao

Die Clownesse Cha-U-Kao
Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901)
Die Clownesse Cha-U-Kao
1895
Öl auf Karton
H. 64; B. 49 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Clownesse Cha-U-Kao [Die Clownesse Cha-U-Kao]


Die Tänzerin und Clownesse im Nouveau Cirque und im Moulin Rouge Cha-U-Kao verdankt ihren japanisch klingenden Künstlernamen der phonetischen Schreibweise der französischen Begriffe „Chahut“ (akrobatischer, vom Cancan abgeleiteter Tanz) und „Chaos“, welches durch ihre Auftritte auslöst wurde. Wie La Goulue zählt Cha-U-Kao zu den im Werk des Malers immer wiederkehrenden Figuren aus der Pariser Bühnenwelt am Ende des 19. Jahrhunderts. Aufgrund ihres Berufs als Clown und manchmal auch als Akrobatin passt sie jedoch eher in die Welt des Zirkus - für den sich der Maler ebenfalls begeisterte - als in die des Kabaretts.

Im Gegensatz zu den Zeichnungen oder den Lithografien auf denen Cha-U-Kao im Scheinwerferlicht zu sehen ist, präsentiert der Maler sie hier in einem privaten Umfeld, in ihrer Loge oder in einem Kabinett. Auf diesem auf Karton gemalten Ölgemälde befestigt Cha-U-Kao gerade die große gelbe Halskrause des Mieders, welches ihr Bühnenkostüm ist. Die Bedeutung der Halskrause, die den Großteil dieser unerwarteten Komposition ausmacht, wird noch durch die gelbe Schleife verstärkt, die fast ironisch das weiße Toupet der Clownesse zusammenhält. Über einem kleinen gedeckten Tisch hängt ein Porträt oder ein Spiegel in dem ein Mann reifen Alters reflektiert wird, bei dem es sich um einen Freund, einen Bewunderer oder einen Kunden handeln könnte.

Toulouse-Lautrec hat hier die ganze Oberfläche des Gemäldes mit schnellen Pinselstrichen leuchtender Farben versehen, grün für die Wände oder rot für das Sofa. Der ungewöhnliche Blickwinkel passt gut zu dem sowohl trivialen, als auch privaten Charakter der Szene.




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