Jacques-Emile Blanche
Die Halévy Familie

Die Halévy Familie
Jacques-Emile Blanche (1861-1942)
Die Halévy Familie
1903
Öl auf Leinwand
H. 91; B. 90,5 cm
© RMN-Grand Palais / Hervé Lewandowski

La famille Halévy [Die Halévy Familie]


Jacques-Emile Blanche ist im ausgehenden 19. Jahrhundert der Maler des künstlerischen, intellektuellen und mondänen Milieus schlechthin. Dieses Porträt von drei Mitgliedern der Havély-Familie führte er 1903 vermutlich in einem Salon ihres Landhauses in Sucy-en-Brie aus.
Rechts sitzt Louise Halévy (1847-1930), die Gattin des berühmten Schriftstellers Ludovic Halévy, der hier nicht zu sehen ist. Wie auch auf den Aufnahmen, die sein Freund Edgar Degas 1895 machte, drückt Louises Miene das für sie charakteristische, bisweilen desillusionierte Wohlwollen aus.
Sein ältester Sohn, Elie Halevy (1870-1937), steht im Hintergrund. Der Philosoph und Experte für die Geschichte Englands und den Sozialismus ist auch Mitbegründer der Revue de métaphysique et de morale. Er hebt sich von der eher ockerbraunen Farbpalette des Dekors ab, in seinen blauen Augen klingt die Farbe der chinesischen Vase rechts und die des Sesselpolsters an. Seine vor ihm sitzende Gattin Florence wendet sich der Handarbeit ihrer Schwiegermutter zu und stellt dabei in nahezu manieristisch anmutender Haltung ihre Stola zur Schau. Die Motive der Stickerei im Petit-Point-Stich ähneln denen der Sessel, die der Künstler hier nochmals in denselben Farben wiedergibt.
Die zahlreichen Objekte sind charakteristisch für die Ausstattung eines bürgerlichen Salons, wo die Figuren eng mit dem Mobiliar verknüpft sind. Dieses Porträt ist eine Art Konversationsstück im Stil der englischen Maler, das die Verbindung, die zwischen den verschiedenen Modellen besteht, sichtbar macht.




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