Henri de Toulouse-Lautrec
Die Frau mit Handschuhen

Die Frau mit Handschuhen
Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901)
Die Frau mit Handschuhen
1890
Öl auf Karton
H. 54; B. 40 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Pierre Lagiewski ou Hervé Lewandowski

La femme aux gants [Die Frau mit Handschuhen]


Dieses Porträt ist charakteristisch für die „Studien”, die Lautrec um 1888/1891 im Freien im Garten von Vater Forest in Montmartre malt. Er verwendet stets dieselbe Farbskala und mit Terpentin verdünnte Ölfarbe auf Karton, eine glänzende und schnelle Technik. Es ist nur der Name des Modells bekannt, Honorine Platzer. Lautrec scheint eine Vorliebe für sie zu haben, denn sie steht ihm drei Mal in diesem Garten Modell.

Der abgewandte Blick der jungen Frau erweckt den Anschein, als schenke sie dem Maler keine Beachtung. Das elegante Profil ihres zarten Gesichts tritt hinter dem Schleier ihres riesigen Huts zutage. Sie trägt einen Mantel mit Stehkragen und Puffärmeln, in der behandschuhten Rechten hält sie einen Sonnenschirm, was ihre würdevolle Haltung noch unterstreicht.
Das Porträt der Frau mit Handschuhen ist stark mit den Impressionisten verwandt, deren sonnendurchflutete Bilder meistens im Freien entstehen. Doch im Gegensatz zu den Impressionisten, denen es um den flüchtigen Effekt des Lichts geht und die sich nicht mit der Physiognomie aufhalten, wollte Lautrec die Persönlichkeit seiner Modelle wiedergeben.
Das rotblonde Haar von Honorine, das sich mit den warmen Tönen ihres Huts vermischt, im Verein mit der ausdrucksstarken Zeichnung und der sanften Kolorierung ihres Gesichts, den weichen Linien ihres Körpers und ihrer Kleider... bringt die Würde und Erhabenheit der jungen Frau verstärkt zur Geltung.




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